Ich frage mich…
… was los ist. Hab ich mich denn mal wieder von Anfang an geirrt? Oder wollte ich es so? Irgendwie frage ich mich schon, was ich für den Fahrradfahrer bin. Aber dann ist es mir auch wieder total egal. Was stimmt denn nun?
Na, das eine bist du, das andere bin ich.
Und wer von den beiden bin ich?
Das weißt du ganz genau! Wenn DU einsam bist, denkst du: Wo ist der Fahrradfahrer?
Und dann kommst du.
Richtig. Du willst ihn gar nicht. Du brauchst ihn auch nicht.
Nein. Ich brauche ihn nicht. Aber … wenn ich hier meine Posts lese über ihn und mich. Dann. Vermisse. Ich. Ihn Irgendwie. Ein wenig. Glaub ich.
Du kannst ihn ja auch vermissen. Er war ja für dich da. Und damals hast du ihn auch gebraucht. Aber heute nicht mehr, hörst du? Alles, was du jetzt tun würdest, wäre ihn für deine einsamen Zeiten auszunutzen.
Stimmt. Ich weiß. Also werde ich ihn nicht mehr anrufen.
Er muss das jetzt selbst entscheiden. Vielleicht braucht er dich ja auch nicht mehr.
Davon gehe ich aus.
Vergiss ihn. Er hat keinen Platz mehr in deinem Kopf und in deinem Herz war er nie wirklich.
Ach übrigens, Fahrradfahrer, …
… ich mag dich nicht mehr.
Wenn du in meiner Nähe bist, fühle ich mich schlecht. Vielleicht liegt es nicht an dir. Vielleicht liegt es nur an mir. Aber ich fühle mich nicht gut. Du bedrückst mich. Du bist so anders.
Dein Leben hat sich geändert. Sehr sogar. Aber ich bin nicht die, die es begleiten kann. Dieses neue Leben. Das ist deine Sache. Ich verstehe davon nichts. Denkst du. Glaubst du.
Immer mehr wird mir klar, dass du mich nicht siehst. Du siehst mich einfach nicht. Du schaust durch mich durch. Und redest über dich. Ist dir eigentlich schonmal aufgefallen, dass du mich fragst, wie es mir geht, und dann hörst du schon nicht mehr zu? Aha. Mhm. Wasauchimmer. Keine Ahnung.
Du willst mich nicht sehen. Und das merke ich. Und das bedrückt mich. Und dann bist du mir fremd. Und ich mag dich nicht mehr.
Es gibt Zeiten, da kann man sich nicht belasten. Mit der Art, mit der anderen mit einem umgehen. Ich kann mich mit dir nicht beschäftigen. Du hast jetzt ein anderes Leben. Und da gehör ich nicht mehr rein. Und. Um ehrlich zu sein. Ich will es auch gar nicht. Dein Platz für dich war dort, wo du jetzt nicht mehr sein kannst. Weder physisch, zeitlich noch geistig.
ADÉ. Vielleicht hast du es nicht verdient. Und vielleicht willst du das auch nicht. Aber ich interessiere mich nicht mehr für dich. Glaub ich. Und deshalb ADÉ. Wir haben uns nichts mehr zu geben.
ADÉ.
Zurück im Leben?
Was soll ich sagen? Leben. Das ist gar nicht so einfach. Wieso hetze ich mich nur immer so durch den Alltag, ohne mir jemals Ruhe zu gönnen… oder die Zeit, über alles nachzudenken, was in den letzten 2 Wochen so passiert ist???Nun, ich werde einfach jetzt mal versuchen, meine Gefühle bzw. Nicht-Gefühle in Worte zu fassen.
Habe eine großartige Woche hinter mir mit vielen interessanten und unheimlich intelligenten, aufgeweckten Menschen. Von dieser Atmosphäre bin ich aufgebrochen in den Süden, um den Ascolano zu treffen…
ja….
hm…
also das war mal was. Der redet ja nicht. Nicht viel zumindest. Naja. Aber muss man ja vielleicht auch nicht. Ist ja keine Beziehung. Und sind immerhin zwei unterschiedliche Sprachen. Und ich versteh ihn nicht gut. Hat’n Akzent. Was zum Teufel mach ich also mit dem??? Nunja. Er war damals mein Retter. Er hat mir Herzklopfen beschert. Und hat mich damit vom Goldfisch und vom Fahrradfahrer geheilt.
Dieses Herzklopfen war diesmal nicht da. Ich war kalt. Kalter Fisch. Keine Gefühle. Nur Kopf. Und Körper. Klar, war es nett, dass er mich in den Arm genommen hat. Aber ich war nicht glücklich. War ich nunmal nicht. Was soll ich machen? So ist es.
Und deshalb habe ich mich schrecklich gefühlt. So zwischendurch. Schrecklich gemein und herzlos.
Ich tendiere immer dazu, das Gefühl zu haben, ich würde sie ausnutzen. Und irgendwie tue ich das auch. Aber sie nutzen mich ja auch aus. Und das ist ok. Solang ich so herzlos bin. Was wiederum nicht ok ist. Also sollte ich meine Geschäftstätigkeit im Bereich der Affären einstellen. Denn das passt nicht zu mir. Und trotzdem tue ich es immer wieder.
Und wie makaber.
Wir waren auf dem großen Fest. Und saßen an einem Tisch mit anderen. Unter anderem auch ein. Fisch. Braucht er einen Namen? Ja. Oder nein. Nunja. Doch. Wie nenne ich ihn?… Hm… Den Flieger. Nennen wir ihn also den Flieger. Also… der Flieger saß mir gegenüber, wir haben uns unterhalten. Gelacht. Alle zusammen. Erzählt. Infos ausgetauscht. Irgendwann war der Ascolano weg. Nur kurz. Und ich habe erzählt. Ist nichts Ernstes. Bin kein Typ für Fernbeziehungen. Und von da an. Kamen Blicke und die irgendwie schüchtern. Und ich. Sitz da neben dem einen und vor dem anderen. Und beide verstehen einander nicht. Sprechen nicht die gleiche Sprache. Wie herzlos.
Ich habe dem einen die Hand gehalten und dem anderen schüchtern zugelächelt.
Bleibt doch noch. Oder komm später wieder.
Nein. Das kann ich nicht. Wenn das Schicksal es will, sehen wir uns wieder. Auch er ist weit entfernt. Und wenn das Schicksal es eben will… Wer weiß das schon.
Was ist nur los? Ich kann nicht mehr. Ich fühle mich voll mit unnützem Zeug. Mit so vielen Geschichten. Die ja doch nichts bedeuten. Das macht mich noch stumpfer, als ich eh schon bin. Stumpf. Und unzufrieden. Und unglücklich.
Welche Konsequenz??? Welche? Aufhören? Das kann ich nicht. Ich muss andere aussaugen. Ich brauche ihre Zuneigung und Nähe. Ohne das drehe ich durch. Noch 2 Wochen. Dann ist der Speicher wieder leer. Und dann?
Update
Der Barmann. Der mit der komischen SMS. Hat gesagt. Hör mal. Ich bin nicht in dich verliebt.
Ach nee. Wie denn auch? Aber irgendwie warst du komisch. Mit der SMS stimmte was nicht.
Ich glaube ja, dass wir uns alle gegenseitig benutzen. Um Bestätigung zu bekommen. Und nicht alleine zu sein. Ob nun im virtuellen oder reellen Sinn. Alles dreht sich nur um uns selbst.
Lieber Fahrradfahrer, …
… es tut mir leid.
Ich bin wirklich gemein. Ich spiele mit deinen Gefühlen. Tue genau das, was mich total verletzen würde. Ich benutze dich.
Es tut mir leid. Wirklich.
Woran liegt das nur, dass ich dich so behandeln kann? Bin ich wirklich so egoistisch?
Ich glaube, es hat etwas mit deiner Art zu tun, mir das Gefühl zu geben, ich wäre total ersetzbar. Deshalb habe ich dich ebenfalls ersetzbar gemacht. Wieso gibst du mir dieses Gefühl eigentlich? Oder gebe ich es mir selbst? Du sagst immer, ich sei nicht ersetzbar.
Ich verstehe dich nicht. Deshalb bist du gefährlich. Und ich ebenfalls.
Wieso nur habe ich noch immer das Gefühl, ich könnte dir gegenüber total kalt sein? Irgendwas in mir wehrt sich gegen dich. Und ist sehr erfolgreich.
Eigenartig. Eigenartig. Aber ich mache mir keine Gedanken mehr.
Tschüß, lieber Fahrradfahrer. Bis bald.
Alles mache ich falsch…
… ich mache wirklich alles falsch…
Wieso? Ich meine, ich dachte, du hast alles im Griff?
Nein, verdammt. Ich habe längst nicht alles im Griff und ich will nicht drüber nachdenken… aber ich kann ja gar nicht anders…
Novalee… Du weißt ganz genau, was du machen kannst und was nicht. Es ist einfach so, wie es ist und es hilft nichts, sich rauszureden…
Ich weiß es, verdammt nochmal. Aber was soll ich denn tun? Es einfach so rausposaunen? Lieber Fahrradfahrer, ich muss dir leider sagen. Du und ich. Das hat nichts mit Gefühlen zu tun. Ich brauche doch nur Nähe und BITTE gib sie mir doch. Lass mich nicht hängen.
Aber er fällt nicht drauf rein.
Nein, ich sage es ja nicht. Es kommt ja nicht raus aus meinem Mund. Ich traue mich nicht. Und währenddessen errät er genau die Wahrheit. Sagt mir, er sei ersetzbar und dass ich nur Nähe brauch und so weiter. Er hat es verstanden. Und er ist vorsichtig. Und lässt mich nicht an sich ran. Und handelt richtig. Ich bin gemein. Und gefährlich. Ich würde ihm weh tun.
Novalee, wenn du ihn so gut vestehen kannst, warum lässt du ihn dann nicht in Ruhe.
Weil ich, wenn ich mit ihm zusammen bin, sehr wohl merke, dass er und ich. Dass wir nicht passen. Und dass ich, wenn ich Alk trinke, ganz anders drauf bin. Ich wollte ihn heute sehen. Und das hat er gemerkt. Und er ist drauf eingegangen. Ganz rational.
Und das hasst du.
Ja. Ich HASSE das. Ich will keine Rationalität mehr. Ich will endlich mal Leidenschaft. Und nur das. Keine Rationalität.
Aber du musst doch auch an den Fahrradfahrer denken.
Ja, ich weiß. Aber ich bin und bleibe nunmal egoistisch.
Reiß dich einfach mal zusammen.
Jaaaaaa. Ich weiß. Och menno. Ich hasse Rationalität. Ich will das nicht. Ich habe die Schnauze voll. Ich WILL nicht mehr.
Was würdest du ohne sie tun?
Sterben. Ich weiß.
Na eben.
Na gut.
Gut.
Was ich dir nicht gesagt habe…
Letzte Nacht. Halb 2. Rrrrrinnng. Völlig benommen greife ich nach meinem Handy. Eine Nachricht. Auf einer fremden Sprache. Die ich liebe.
Novalee, ich habe es dir nicht gesagt. Vielleicht habe ich aufgrund der Entfernung versucht, diese Sache zu ersticken. Aber deine Augen haben sich in mein Gedächtnis gebrannt.
Als wäre es nur ein Traum, habe ich weitergeschlafen.
Er. Hat bisher hier noch keinen Namen. Ich nenne ihm mal… den Barmann. Er arbeitet in einer Bar. Und kommt aus einem anderen Land. Ich habe ihn vor einem Jahr kennen gelernt. Insgesamt habe ich ihn wohl nur 2 Tage wirklich um mich gehabt. Es war Spaß. Sonne. Sommer. Freiheit. Mission Adriafisch vergessen. Dieses Jahr habe ich ihn wiedergetroffen. Und habe einen Abend und eine Nacht mit ihm verbracht. Ich war stumpf. Und leer. Er konnte mich nicht ausfüllen in dem Augenblick. Es war meine Sucht. Und der Speicher. War nicht leer. Es war Gewohnheit. Ohne Liebe. Ohne Gefühle. Mechanisch. Ich habe mich geschämt.
Was habe ich mit ihm gemacht, dass er mir einen Monat später eine solche Nachricht schreibt? Was ist da los?
Er ist ein lebenskriselnder Fisch. Natürlich ist er das. Wie könnte es auch anders sein? Er weiß nicht, was tun. Wie der Fahrradfahrer. Wie so viele, die ich treffe. Ist er unzufrieden. Und will eigentlich etwas anderes. Als er hat.
Und nun? Ich fühle für niemanden wirklich. Mir ist alles gleich. Ascolano. Fahrradfahrer. Barmann. Ich schäme mich. Aber es ist so. Wie es ist. Ich liebe nicht.
Nutzloses blabla habe ich geantwortet. Es hat die Worte zerstört. Aber ich hatte das Gefühl, es tun zu müssen. Hatte das Gefühl, es ihm schuldig zu sein. Fast würd ich gern noch eine Nachricht schreiben. Um zu fragen. Alles ok?
Ich bin verwirrt. Das waren wirklich schöne Worte von dir. Und ich fühle mich, als hätte ich sie zerstört.
Wie leer. Oh. Wie leer. Ich doch bin.
Übernächstes Wochenende verbringe ich mit dem Ascolano. Ob ich es wohl bereue? Nein. Ich will nicht bereuen. Nie. Ich wollte das und ich will es noch immer. Zu ihm. Es wird wie immer eine Insel sein. Wie eine Nacht. Zwischen 4 und 7. In der kleinen Stadt auf dem Hügel. Mit dem Mann. Der dich innerlich zerrissen hat. Und den du in deine Arme schließt.
Der Zauber, der von der Irrealität lebt…
Es wäre ja schließlich möglich…
Was wäre, wenn…
Vielleicht empfindet er ja doch…
Vielleicht passen wir ja doch zusammen…
Alles hypothetisch.
Unmöglich. Im Grunde. Und somit weit weg. Man streckt sehnsuchtsvoll die Arme danach aus. Aber ist doch froh, dass es nur ein Wunsch ist. Der sich ja eh nie erfüllt. Das gibt Sicherheit. Kontrolle. Es lässt einem die Mauer.
Wieviel Realität will man denn eigentlich?
Der Gedanke daran, dass der Fahrradfahrer eventuell doch sehr an mir hängen könnte. Oder dass er sich vielleicht im Grunde doch wünscht, wir könnten zusammen sein. Dass er sich vielleicht selbst belügt, wenn er sagt. Ich will keine Beziehung. Wir passen nicht zusammen. Das verleiht mir dieses wohlige Gefühl. Des Alles ist möglich. Es liegt an mir. Und setzt ihn in eine Position, die ihn irgendwie greifbar macht. Solange die Realität draußen bleibt. Aber genau da soll er auch bleiben. An seinem Platz in der Irrealität.
Ich will nicht mit ihm zusammen sein. Und er auch nicht mit mir. Aber der Gedanke daran, er könnte es wollen und ich könnte es zulassen. Geben mir irgendwie Ruhe. Und das Gefühl. Ich könnte. Jawoll. Ich könnte. Wenn ich wollte. Aber ich will ja nicht.
Guter Trick. Sehr guter Trick. Genau wie Davon überzeugt sein, dass dieser gutaussehende Typ, der grad an mir vorbeigelaufen ist, TOTAL mit mit geflirtet hat. Hach, was für ein wunderschöner Tag.
Das Leben ist doch so einfach. Tag für Tag ein wenig Selbsterhöhung. Und man überlebt. Juhu.
Olé olé.
Wenn der Speicher leer ist…
… dann wirft die gute Novalee alle ihre guten Vorsätze über Bord.
Das sei mal so dahingestellt.
Goldfisch.
Er hat angerufen. Am Tag danach. Ich war nicht da. Also wieder 160 Zeichen lapidarer unverfänglicher war ja gar nichts Freundlichkeit. Dann noch ein Anruf. Blablabla. Als wäre NICHTS gewesen. Er will nicht drüber reden. So sind sie. Wohl. Kann man. Nichts. Machen. Ich sehe ihn nicht mehr. Er ist weg. Zunächst. Da braucht man ja auch keine Freundschaft mehr.
Und. Ich will. Sie. Auch. Nicht. Ich brauche sie nicht. Wirklich nicht.
Fahrradfahrer.
Hat mich aufgefangen. Am Tag danach. Arme ausgebreitet. Ich einen Schritt vor. Arme wieder zu. Und. Geküsst. Hat er mich auch. Und da ging mein Hirn wieder mit mir durch. Hm…
Was denn nun?Wie denn jetzt?Was ist los?Will er doch?Will er nicht?Was bin ich?Was ist er?
So langsam kapiere ich ihn. Aber in der Hinsicht nicht wirklich. Will ich ja vielleicht auch nicht. Gut. Dass er heute wieder so kontrolliert war. Und vernünftig. Ich habe keinen Bock auf vernünftig. Mal wieder nicht. Aber er hat schon recht.
Nur ob er das wirklich so meint. Das weiß ich nicht. Da durchschaue ich ihn nun wirklich nicht. Da nicht.
Ascolano.
Übernächstes Wochenende. Verbringe ich. Mit ihm. Ha. Wie ist das möglich? Es ist möglich. Und ich mach’s. Ich will es und ich mach es. Basta. Non ha un futuro. Ma chi se ne frega del futuro.
SMSplodiert
Diese Kommunikationsform ist doch echt das letzte. Sie erlaubt es einem, sich hinter 160 Zeichen zu verstecken und – wenn das Handy es erlaubt – in 640 Zeichen zu SMSplodieren und all die aufgestauten Gefühle in den Umlauf zu bringen.
So geschehen gestern abend zwischen 22:00 und 22:30 in der großen Stadt.
Wie konnte ich nur?
Und – was bedeutet das jetzt alles? Ja. Und da fängt es nämlich an. Wir fragen uns doch immer, was bedeutet das jetzt, was denkt er, was will er, warum hat er nicht…
Rekapitulieren wir noch mal:
- Ich habe mich in den Goldfisch verliebt
- Im Goldfischglas wurde ich glücklich
- 200 m Luftlinie vom Goldfischglas aus kam uns WAS AUCH IMMER (nein, ich fange jetzt nicht wieder an, mir Gründe aus der Seele zu leiern) dazwischen und ENDE
- Es folgten schwere tränenreiche Wochen – GROßE Fischtränchen
- Danke an den Fahrradfahrer
- 3 Wochen out of reach
- alles entspannt, Mauer in mir hoch: Es kann mir nur weh tun, wenn ich es zulasse. Also lasse ich es nicht zu.
Und das ist der SPRINGENDE Punkt.
Ich habe mich innerlich abgeschirmt gegen seine gleichgültige, ausweichende oder WAS AUCH IMMER Haltung. Wenn ich nicht will, dass es mir weh tut, wenn er jeden freundschaftlichen Versuch, ihm zur Seite zu stehen, mit seiner Methode
Ich sag entweder gar nichts Fische schweigen oder ich versteck mich hinter beschissenen SMS, um abzusagen und dich abzuspeisen mit tausend Tut mir leid ist nicht böse gemeint ich ruf dich an und tu jetzt mal so als wärst du mir natürlich wichtig aber in Wirklichkeit wissen wir ja beide dass ich in dem Falle nicht hier sitzen und mit meinen Flossen die Tasten auf dem kleinen Boardcomputer bedienen sondern dir GEGENÜBER stehen würde
abblockt, dann bleibt nichts als eine Mauer. Eine große. Mit Selbstbelügfunktion.
Und die gute Novalee. Ist schließlich auch nur ein Fisch. Und da hast du sie erwischt, lieber Goldfisch. Das war genau der Punkt, an dem die Mauer sich gern mal verflüchtigt. Wo die Stumpfheit nicht ankommt. Wo Gefühle verletzt werden.
Und dann SMSplodiert sie. Und SMSt sich um Kopf und Kragen.
Raus mit der Enttäuschung. Und – das Lächerliche daran ist auch noch:
Sogar in dieser Verfassung habe ich dich noch geschont! Und relativiert. Und Hab Dich Lieb. Und so.
In mir hüpfelt jetzt die Frage hin und her, ob ich dich anrufe. Aber ich tue es nicht. Ich folge dem Impuls nicht, der mir wieder einflüstert: Du bist die Starke. Du musst das demonstrieren und vernünftig sein. Und ihm zeigen, dass du drüber stehst. Letztlich.
Aber NEIN! Ich bin enttäuscht und traurig und ziehe wütend die Mauer wieder hoch. Und sage NICHTS. Ich werde jetzt GLEICHGÜLTIG. Ich kann nämlich nicht mehr. Und ich will nicht mehr. Es reicht. Es reicht. Es reicht. Geh doch weg. Und mach, was du willst. Ich werde KEINE persönlichen Worte mehr mit dir wechseln. Ich werde meinen Mund halten. Und es wird mir egal werden, was mit dir ist. Und das hast du selbst zu verantworten.
Ich weiß ja, dass du nicht mit mir drüber reden wirst. Du wirst es ausschweigen. Wir kennen uns nicht. Du kennst mich kein bißchen. Und – wenn ich es genau betrachte – du wolltest es auch nie.
So. Und nun ist es endlich angekommen. Und sitzt.