Und der Ozean plätschert vor sich hin – grausame Entdeckungen
Nicht viel los dieser Tage, zumindest nicht fischtechnisch.
Heute hatte ich kurz den Impuls, den Goldfisch mal anzurufen… Aber dann habe ich mich zu gut gefühlt. Und mir gedacht. Ich brauche das nicht. Ich würde nur wieder drüber nachdenken. Wie er war. Und so. Und außerdem. Ändert ja auch kein Anruf von mir die Tatsache. Dass er mich nicht angerufen hätte. Nie.
Traurig. Aber nunmal Realität.
Die Realität hat auch einen direkten Vorfisch von mir mal wieder eingeholt. Irgendwie ist das doch alles genetisch bedingt. Dieses Suchen. Und nicht Finden. Vielleicht bedingt das eine das andere. Mit Sicherheit gibt es einen Verbindung. Aber wie soll man diese Sehnsucht abstellen? Dieser Vorfisch hat mir vor ein paar Tagen etwas Grausames gestanden. Wie verarbeitet man das eigentlich, wenn man von den eigenen Eltern zu etwas gezwungen wird, wofür Liebhaber da sind. Aber doch nicht das eigene Blut. Wie lebt man danach sein Leben? Wie erklärt man sich diesen Teil seines Lebens? Was ging in diesem Menschen vor, der sein eigenes Kind derart missbrauchte? Ich werde es wohl niemals erfahren. Denn dieser Mensch ist lange tot.
Was bleibt ist dieses kleine Häufchen Elend, das so verzweifelt geliebt werden will. Und sich dabei so doof anstellt. Sich nicht mit dem kleinen Finger zufrieden gibt. Sondern nach dem ganzen Menschen greift. Der sich windet. Und flieht. Wenn man jene Muster an seinem eigenen Vater erkennt. Und dann in den Spiegel schaut. Wird einem einiges klar.
Ich würd trotzdem gerne wissen. Was sie dazu gebracht hat. Ihn so zu zerstören.
Schöne Bescherung II
Tja. Prophezeiht. Eingetreten. Mehrere Filme. Er rutscht extra weit von mir weg. Wenn ich ihn ausversehen berühre, zuckt er zusammen. Nicht! Da frag ich mich doch. Was soll das? Er weiß genau, wie ich ticke. Das Problem ist nur. Dass wir uns sonst. Nichts zu sagen haben. Und so läuft der Fernseher. Und am Ende gehe ich wieder. Und denke mir. Was für ein Abend. Den hätte ich besser verbringen können. Nicht ein persönliches Wort. Nichts für mich. Fahrradfahrer. Ich weiß nicht. Wie oft ich das hier schon gesagt habe. Aber. Es muss jetzt mal endlich. Schluss sein. Solche Abende. Ruinieren mir die Erinnerung an die schöne und lustige Zeit mit ihm. Fahrradfahren. Als Fahrradfahren noch schön war. Nun ist es einfach nur. Kalt.
Schöne Bescherung
Da ich seit gestern hier rumsitze und kein Weihnachten mehr feiere. Bin ich etwas demoralisiert.
Und da ist es nicht verwunderlich. Dass ich ziemlich direkt werde. Wenn der Fahrradfahrer anruft. Er will zu Hause vorm Fernseher rumsitzen. Tolle Idee. Wieso höre ich mich sagen Und ich? Wer weiß, was da in mich gefahren ist. Und schon fühle ich mich reichlich bescheuert. Wenn er sagt. Du musst mir versprechen, dass nichts läuft. Tja. Und da bleibt mir nichts, als zu sagen… Dann komm ich nicht. Und nun fahr ich natürlich doch hin. Wieso eigentlich? Was hab ich denn davon? Nichts. Außer aufgestaute Sehnsucht. Einen Abend, an dem ich mir wünsche, woanders zu sein. Zum Beispiel beim Goldfisch. Nein. Nein. Nein. Nein. Aufhören!
Also. Fahrradfahrer. Und ich. An Weihnachten. Na Hallelujah.
Frohes Fest der netten Worte
Ein schönes Fest ist es. Keine Gedanken. An niemanden. Lustige Stunden. Spaß mit den meinen. Mit meiner geliebten Familie. Ich bin frei. Und ohne Sorgen. Und voll mit Sekt. Und Essen.
Mein Handy. Rührt sich. Meine lieben Worte sind angekommen. Beim Goldfisch. Und er bedankt sich. Greift einen Satz aus diesen Worten auf und schreibt mir du hast mein Herz auch berührt.
Wir passen gar nicht zusammen. Und doch ist er noch immer da. Ist sie noch immer. Die Illusion. Dass ich ihn um mich haben will. Will ich das denn wirklich? Was ist es an ihm, das mich diese Sehnsucht spüren lässt? Aber es wird vorbeigehen. Ja. Es wird vorbeigehen. Und dann. Habe ich wieder Ruhe.
Ruhe.
Habe ich. Eigentlich nie.
Gestern. Habe ich jemanden wiedergetroffen. Er gehörte mal zu meinem Aquarium. Und schwamm dann davon. Das war das Ende von zwei wunderschönen Jahren. Tür an Tür. In der letzten Nacht war er bei mir. Doch es fühlte sich nicht richtig an. Damals. Er war für mich wie ein Bruder. Und ich hätte ihm niemals vertrauen können. Dazu waren wir uns zu ähnlich. Heute ist er glücklich. Wir sind Freunde. Und es sind schöne Erinnerungen. Über die Nacht haben wir nie wieder gesprochen. Bis gestern. In meiner Sektlaune. Wäre ich damals nicht gegangen… Ein Augenblick. Ich weiß nicht mehr, was ich gesagt habe. Aber er hat mir zu verstehen gegeben. Dass sich etwas hätte entwickeln können. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht so ist. Es hätte nicht. Aber die Situation hatte etwas bittersweetes.
Nette Worte. Liebe Worte. Viel belangloses Zeug.
Das war Weihnachten 2006.
Kurz vor Weihnachten…
… geht es mir zum Glück wieder ein wenig besser. Also ich bin entspannter.
Ich habe in meinem Kopf ein wenig aufgeräumt. Danke an meine Gesprächspartner. Die mir sehr geholfen haben. Wahrscheinlich, ohne es selbst zu wissen. Und nun?
Nun kommt Weihnachten. Und ich freue mich drauf. Ich freue mich auf den Tag und den Abend. Und überhaupt. Wird es bestimmt ein schönes Fest. Vielleicht bin ich mittlerweile alt genug, um es zu genießen. Und verstehe mich mit meiner Familie einfach zu gut.
Letztes Jahr. War es auch schön. Nur das Warten. Auf eine SMS. Das war mehr als beschissen. Dieses Jahr warte ich auf nichts. Weil da niemand ist.
Alle meine Impulse habe ich gesetzt, ohne eine Antwort zu erwarten. Der Goldfisch hat von mir liebe Worte bekommen. Per Post. Ganz öffentlich. Auf einer Postkarte. And here we are again. What is it between the two of us? Zitat. Aus einer. Meiner. Lieblingsserien. Schnulzig. Herzgefüllt. Leidenschaftlichverloren. Ich habe die Wahrheit gesagt. Mal wieder. Und ich muss sagen. Ich fühle mich besser. Wenn ich die Wahrheit. Sage. Schreibe. Lebe. Denn zu verstecken. Bedeutet für mich. Etwas damit erreichen zu wollen. Indem man sie versteckt. Er soll ruhig wissen. Wie wichtig und präsent er in meinem 2006 war. Und was er daraus macht. Ist dann ihm überlassen. Ich weiß, dass dies eine einseitige Kommunikation ist. Kein Dialog. Er schreibt mir keine Karten. Oder SMS. Er ruft mich nicht an. Und sagt mir, wie wichtig ich in seinem Jahr war. Er wird es nie. Und so lässt es sich viel einfacher gestehen. Denn ich weiß. Es kommt nichts zurück. Es kommt nichts von allein. Wer nur reagiert. Wird nie leidenschaftlich lieben und kämpfen.
Der Fahrradfahrer. Mag mich. Und will mich sehen. Und er ist wieder offener. Und es hat sich zwischen uns nichts geändert. Keine Basis. Keine persönliche Passgenauigkeit. Einfach nur. Geben und Nehmen. Ich brauche Nähe. Bitte. Danke schön. So ist es ok. Ich bin frei. Frei. Frei.
Ich schaffe. Den Berg. Der vor mir liegt. Irgendwie schaffe ich ihn. Und alles wird kommen. Wie es kommen soll.
Entscheidungen
Ich glaube, ich stehe vor großen Entscheidungen. Was das nächste Jahr für mich bringen wird, hängt maßgeblich von meiner Fähigkeit ab, mich RICHTIG zu entscheiden.
Heute habe ich ein Gespräch geführt, in dem ich mir selbst ganz deutlich nochmal gesagt habe, was richtig ist. Was das richtige Vorgehen ist. Und ich bin dankbar für dieses Gespräch. Denn es wird langsam Zeit, mich wieder ein wenig auf mein Schicksal zu verlassen und mir Zeit zu geben. Zeit für diese wichtige Entscheidung.
In der auch der Goldfisch eine Rolle spielt. Denn es gibt eine Entscheidung, die ich eventuell treffen könnte. Die mich. Näher. An ihn heran bringt. Räumlich näher. Und ich denke und fühle auf zweierlei Art.
- Ich denke wieder öfters an ihn. Alleine die Möglichkeit, ihm näher zu sein als jetzt. Weckt in mir den konkreten Wunsch. Aber auch die Angst davor. Denn. Ich weiß es ja. Ich werde nie das von ihm bekommen, was ich mal von ihm wollte. Und ich werde auch nicht in der Lage sein, ihm das zu geben, was ich mal bereit war zu geben. Deshalb wäre es besser, mich dagegen zu entscheiden.
- Es ist eine Chance. Die man sich nicht entgehen lassen sollte. Und ich muss ja nicht so viel Zeit. Mit dem Goldfisch. Verbringen.
Man sieht schon. Wo es hinkt. Ich kann nicht ganz klar denken. Er ist so präsent. Und ich hoffe. Er verblasst wieder. Bald. Denn bin wieder viele Schritte zurück. Und will nicht wieder in der Kategorie „Mission Goldfischentliebung“ posten müssen. Das wäre eine Tragödie.
Nun kommt Weihnachten. Und ich muss mich befreien. Wieder befreien. Von den Geistern. Ich will nicht wie letztes Jahr am Tisch sitzen. Und mich fragen, warum er sich nicht meldet. Egal, wer „er“ ist.
Ich hatte gedacht…
… ich habe mich mittlerweile im Griff. Aber dem scheint nicht so zu sein. Ich habe heute den ganzen Tag an den Goldfisch denken müssen. Und was er mir heute nacht geschrieben hat. Dass ich ihm sehr fehlen werde. Wenn ich nicht mehr da bin. Ich bin ja noch da. Aber wenn nicht mehr halt. Das hat mich mal wieder durcheinander gebracht. Warum nur? Was ist denn nun schon wieder los? So ein ganzer Tag in seiner Nähe. Das hat mich doch etwas aus der Bahn geworfen. Warum nur? Ich weiß doch, dass das alles keinen Sinn hat. Aber er sagt immer so liebe und nette Sachen. Wenn er denn mal mit mir kommuniziert. Wieso ist er so? Bin ich jetzt doch nur so ein liebes Wesen und mehr nicht? Also, ich wär ja für ganz oder gar nicht. Aber so funktioniert die Welt nicht.
Das sollte ich mir mal merken und endlich auch mal umsetzen. So geht das nicht weiter. Was soll bloß daraus werden? Ich kann es mir doch nicht so schwer machen. Halllllllloooooooooo! Vernunft. Wo bist du?
Ja. Hier. Aber du butterst mich ja diesen Monat wieder mal total unter!
Sorry. Aber ich hab echt ‘n Winter Blues.
Und die Moral von der Geschicht?
Traue dir selbst während des Winter Blues nicht!
Eben!
Wenn das so einfach wäre. Der hat mich dieses Jahr aber auch mal wieder gepackt. Letztes Jahr war’s aber schlimmer. Da muss ich ja schon dankbar sein… Moment mal kurz…
Hier ein Text von damals:
Das Spielchen… das gute Spielchen… oder ist es gar keines? Meldest du dich, meld ich mich nicht… verreck doch am Warten… Kann es nicht einfach mal einfacher sein? Nee, geht wohl nicht. Und was ziehe ich daraus für einen Schluss? Wer mich warten lässt, hat Pech gehabt. Wer meint, ich stehe auf Abruf bereit, wird sehen, was er davon hat. Wer seinen Charme überall versprüht, kann sich seine Bestätigung bei anderen holen. Heute sitze ich nach einem nervenaufreibenden Monat hier und denke mir: Das muss nicht mehr sein. Ich ziehe mich lieber zurück. So will ich nicht leben. Entweder er mag mich und er will mich kennen lernen. Oder er will es nicht. Ich stell mir das ganz einfach vor: Wenn man von jemandem fasziniert ist, dann zeigt man das auch. Das tut er nicht, also tut er mir nicht gut. Eh basta! Addio! (Fragt sich nur, wann ich das tatsächlich über die Lippen bringe…)
Ich habe es über die Lippen bekommen – mir selbst gegenüber. Und das war das wichtige. Ich habe es geschafft. Aber der Dezember war einfach nur sch***. Dieses Jahr ist es anders. Besser. Kapiert?
So halb.
Novalee, Novalee, Novalee…
dreimal gerufen, dreimal Dummheiten gemacht!!! Wo fangen wir an?
Am besten mit der Sache, die nur wenige Stunden zurückliegt. Das befürchtete Wiedersehen. Mit dem Goldfisch.
War alles ja eigentlich ganz entspannt. Naja. Dir war den ganzen Tag schlecht. Aber das kommt ja in letzter Zeit einfach mal vor. Muss ja nicht mit ihm zu tun haben. Aber. Aber. Aber. Man – du! – kannst es ja einfach nicht leugnen. Er ist da. Und du denkst. Kann ich bleiben??? Und dann kommt der erste Wein. Oder Sekt. Oder was auch immer. Und es fängt an. Er ist mehr. Irgendwie. Und du siehst ihn an. Wie er das Kind ansieht. Während du das Kind ansiehst. Und ihr wahrscheinlich dasselbe denkt. Wär ich nur. Hätt ich nur. Wär er nur. Der richtige. Tja. Du hattest es überlegt. Ob du es ihm geben sollst. Eingepackt war es die ganze Zeit in deiner Tasche. Und dann hast du es getan. Eine Geste. Die er vielleicht gar nicht verdient hat. Weil er dich so wenig schätzt. Dich so wenig beachtet hat. Dir so wenig gezeigt hat, ob er dich mag. Und was zählen da seine Worte? Von… dieser ganzen Sache? Sich sehen. Vorbeikommen. Es ist doch nicht ernst gemeint. Aber du bist zu ihm. Hast ihm gesagt. Ich hab da noch was für dich. Und hast eines deiner liebsten Dinge gegeben. Abgegeben. Einen wahren Schatz. Einen wirklichen Schatz von unheimlichem ideellem Wert. Verdient er es? Ja. Wahrscheinlich schon. Aber was dir noch immer nicht klar ist: Er. Wird. Dich. Niemals. Wirklich. Lieben.
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So. Fahrradfahrer. Ich war bei ihm. Und wir haben. Nicht. Geknutscht. Warum bin ich dann bei ihm? Ich glaube. Ich habe nichts von ihm. Wenn wir uns nicht berühren. Und drücken. Ganz fest. Ich will ihn. Bei mir haben. Aber ich will ihn nicht. Paradox. Doch so ist es. Wieder mal einer. In dem ich 2 Menschen sehe. Von denen nur der existiert. Den ich nicht will.
Ich habe geknutscht. Und habe es schon fast wieder vergessen. Es war schön. Ich kannte ihn nicht. Und werde ihn nie wiedersehen. Eine Episode. Vor weniger als 48 Stunden. Und schon ist sie. Vergangen.
Gute Nacht.
Blick in die Zukunft…
Wenn dann das richtige Leben losgeht. Wie wird das sein? Werde ich dann auch abends im Bett sitzen, mir eine halbe Flasche Wein reinkippen, nachdem ich erst dem Fahrradfahrer abgesagt, dann eine halbe Stunde geheult und andere Menschen mit meinem beschissenen Leben genervt habe?
Diese Zukunftsvisionen. Bin ich auf dem richtigen Weg? Auf dem Weg in den Alkoholismus und die Tablettensucht? Ich wäre definitiv dazu fähig. Traurig. Sehr traurig. Kann ich was dagegen tun? Ja. Kann ich. Aber ich kann mich nicht aufraffen. Deshalb trinke ich den letzten Schluck. Mache den Fernseher aus. Und warte auf die seelige Schwere.
Sempre sola…
Novalee kann bald nicht mehr. Warum macht es Novalee nur so fertig in den letzten Tagen? Sie ist so sensibel, könnte ständig heulen. Sie will einfach nicht mehr alleine sein. Sie fühlt sich ein wenig schwach und traurig. Sie ist ein wenig ausgelaugt. Und die Welt ist so gemein.
Es scheint, als seien alle um sie herum zufrieden. Nur sie selbst nicht. Sie strengt sich ja auch ein bißchen an. Die guten Dinge zu sehen. Aber es funktioniert nicht so gut.
Und so sitzt sie zu Hause. Mit diesem Berg an unangenehmen Aufgaben. Und so vielen wichtigen Entscheidungen. Die ihr Leben verändern können. Und keiner gibt ihr Ratschläge. Weil er sie lieb hat. Keiner sagt. Geh nicht von hier weg. oder Komm hier her zu mir. Deshalb will sie weit weg. Sie hat mal wieder diesen Impuls. Raus hier. WEG. Raus aus der Verantwortung. Raus aus dem Alltag.
Dabei ist sie doch so gerne hier. Aber sie fühlt sich einsam. Und das überschattet alles. Wie gerne würde sie behaupten können, sie käme gut zurecht. Alleine. Viele, die sich trennen, die verlassen wurden, kommen irgendwann zu dem Schluss, dass es ihnen so viel besser geht. Aber sie hat nie etwas anderes erlebt, als allein zu sein. Sie hat mit sehr attraktiven Männern geflirtet, geknutscht… Damit will sie sagen, sie ist nicht hässlich. Aber es kann sie einfach niemand lieben.
Das ist quasi empirisch bewiesen.