Liebe Novalee,

März 31, 2007 at 9:07 (Fische)

hast du eigentlich schonmal drüber nachgedacht, warum du den einen wiedersehen willst und den anderen wiedersehen wirst, ohne es wirklich zu wollen?

Naja. Der eine ist hier, der andere ist da.

Ich glaube, da ist der Knackpunkt, aber wahrscheinlich ist dir nicht ganz bewusst, inwiefern.

Vielleicht weiß ich, auf was du hinaus willst.

Was ist im Moment deine erste Priorität?

Mein Leben. Meine Bildung. Ich.

Und was schließt du daraus?

Dass ich keine Zeit habe. Dass ich keine Lust habe, mich ablenken zu lassen. Von Idioten, die es nicht wert sind. Ich will es nicht versauen. Wegen eines Fischs. Das würde ich mir nicht verzeihen.

Zwei Sachen: 1. Du willst eigentlich keinen Fisch im Moment. 2. Warum gehst du eigentlich davon aus, dass ein Fisch, den du in dieser Zeit kennen lernst, zwangsweise ein Idiot sein muss?

Erfahrungswerte! Und außerdem will ich schon einen Fisch. Aber ich will nicht leiden. Und leider leider ist das bisher miteinander verknüpft gewesen. Und ich möchte nicht leiden.

Aber trotzdem telefonierst du mit dem einen und triffst dich mit dem anderen. Warum?

Ich weiß es nicht. Mit dem Hauptstadtfisch habe ich gerne telefoniert. Gut. Als ich angerufen habe, war es eher eine Pflichterfüllung. Aber dann wurde es ja wirklich ein schönes Telefonat. Wir hatten uns was zu sagen. Er erzählt. Ich erzähle. Das fand ich schön. Und die Erinnerung an den Kuss…. Damals habe ich – wenn jemand gut küssen konnte – insgeheim auch auf eine gute Seele, auf Leidenschaft und volle Hingabe, auf Liebesfähigkeit geschlossen. Heute traue ich mich das nicht mehr. Aber er wäre einer von diesen gewesen.

Und der Kleine, mit dem du dich heute im Park triffst?

Nunja. Eine gewisse Pflichterfüllung auch da. Ich hätte lieber abgesagt. Aber ich kann sowas nicht. Und nun treffe ich mich mit ihm auf einen Kaffee. Und werde ihm – sollte er sich mir annähern – sagen, dass ich im Moment nicht den Kopf dafür habe. Sorry.

Ja. Besser, du sagst es gleich.

Hm.

Novalee. Du hast ein Ziel. Lass dich davon nicht ablenken. Was du da schaffen willst, bist DU. Du ganz allein. Das ist deins. Lass es dir nicht verbauen.

Ja. Genau. AcH.Hm.mH…

Ich weiß, was da in dir los ist. Aber warte noch ab. Veränderungen kommen schnell genug. Überstürze nichts.

Sag mal, hast du’n Ratgeber gelesen, oder was? Sonst hast du mir doch auch immer nur dumme Fragen gestellt. Jetzt auch noch doofe Ratschläge.

Ich spreche nur aus deiner Seele.

Ich erinnere nur: Schizofisch.

Eben deshalb bin ich hier.

Ach, halt die Klappe.

Ok. Aber noch kurz.

?

Der, den du wiedersehen möchtest, ist weit weg. Der, der hier ist, den willst du eigentlich nicht wiedersehen. Das schreit nach einer Vermutung. 

Es ist einfach. Nicht gefährlich.

Yep. 

Aber anfangen kann ich mit dieser Erkenntnis auch nichts. Der Hauptstadtfisch kann mir nicht zu nah kommen, solang er dort und ich hier bin.

Pass nur auf. Du willst hier nicht weg. 

Meine Güte. Ist doch noch nichts passiert. Seit wann bist du paranoid?

DU bist das Wichtigste. 

Ich pass schon auf.

*grins*

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Und nun?

März 30, 2007 at 4:09 (Fische)

Ich habe gerade eine ganze Weile mit dem „neuen Opfer“ telefoniert. Und es war… schön! So’n Mist. So’n Mist. Nun bin ich am Telefon mit dem einen, der andere ruft währenddessen auf dem Handy an… Der von gestern. Der Kleine. Schreibt mir eine SMS. Ich will mehr davon. Von dir. Aber ich will nicht. Ich fühle mich schlecht. Weil ich jemanden in meinem Leben haben wollte. Und nun bin ich zu. Verschlossen. Ich würde den Hauptstadtfisch (das neue Opfer) gerne sehen. Mal sehen. Wiedersehen. Er möchte das. Möchte ich das? Und der Kleine? Er ist hier. In der Nähe. Aber … ja. ich WeiSSSSS ..dAS sollTe KeiN KritERium sEIn .. aber er kANN NIchT kÜssen. Und ich habe nichts – rein gar nichts gefühlt. Ich kann mittlerweile knutschen. Ohne Gefühle. Es bedeutet manchmal einfach nichts. Stumpf und leer. Gleichgültig. Dich lass ich nicht an mich heran. Ich vertraue dir nicht. Ich kann dir nicht trauen.

Und nun? Was mache ich damit? Was?

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Was bin ich nur für ein Fisch.

März 30, 2007 at 1:10 (Fische)

Eins, zwei, drei. Vier, fünf, sechs. Fische um mich herum. Hier und da. Blablabla.

Ich bin krank. Ich bin nicht ganz dicht. Ich bin nicht zurechnungsfähig. Gerade noch vom perfekten Kuss geträumt. Und schon wieder ein neuer an der Angel. Naja. So ganz neu ist er nicht. Es war der „Kleine“ von neulich. Er war einer der vielen neben dem Goldfisch. Tja. Und wie sieht es in mir aus? Grau. Schwarz. Weiß. Neblig. Keine Lust. Keine Lust auf nichts. Ich will niemanden. Ich bin leer. Er küsst mich. Ich bin leer. Darf ich dich morgen anrufen? Ja. [Aber ich sag dir nicht, dass ich eigentlich keine Lust habe.] Ich bin schrecklich leer. Und ich will keine Zeit teilen. Mit niemandem.

Mein Herz ist stumm. Und das soll auch so bleiben.

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Im Zug

März 26, 2007 at 11:06 (Fische)

Der Tag nach der Nacht ohne Schlaf lag nur einen Tag zurück. Und schon war es, als wäre das mit dem „neuen Opfer“ nie geschehen. Der Alltag war wieder da. Und die Erinnerungen an den perfekten Kuss hallten nur noch schwach durch gelegentliche Gefühlsschwalle mit einem Touch von Aufregung nach. Die Realität hatte mit dieser Nacht nichts zu tun gehabt. Novalee hatte ein anderes ICH ins Rennen geschickt. In der Tat hatte sie sich fast wie ein anderer Mensch gefühlt. Das andere ICH machte keinen Unterschied zwischen intelligenten und gewöhnlichen Fischen. Zwischen Fischen, die sie inspirierten und begeisterten, und solchen, mit denen sie keinerlei Gesprächsbasis hatte. Das „neue Opfer“ zählte mit großer Wahrscheinlichkeit zu letzteren. Und so hatte es so wenig Sinn wie bei den meisten anderen Opfern ihrer Sucht nach Nähe. Sei still und küss mich, dann lass mich gehen. Es war einfach. Nur selten erreichte es wie dieses Mal die Qualität eines schönen Traums. Aber niemals ging es darüber hinaus.

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Fische, die mir nicht gefährlich werden können

März 25, 2007 at 9:32 (Fische)

Ist ja so einfach, nä? Man fährt einfach in eine fremde Stadt, verbringt eine verrückte Nacht mit Freunden von dort. Und knutscht.

Und dabei war ich am Anfang total abgeneigt. Sauer war ich auf den Typen. Vielleicht hat das grad die Anziehungskraft ausgemacht. Erst scheucht er uns quer durch die Stadt. Und lotst uns in den teuersten Club in der Nähe. Absolut nicht meine Musik.

Aber rein. Und los. Und Spaß haben. Hat funktioniert. Wie in Trance. Die elektronischen Beats in meinen Körper überführt. Ein Aquarium der abgespaceten Art. Das kleine Fischlein. In der größeren Stadt.

Ihn hab ich ignoriert. Aber irgendwann. Hab ich die Kraft gespürt. Und mich einfach hingegeben. Wieso auch nicht. Denn die Tatsache ist. Es ist mir egal, ob jemand denkt, er kann mich rumkriegen. Soll er es denken. Es schaffen. Und dann hau ich ab. Keine Gefahr. Auf diese Distanz. Ich habe meinen Benefit davon. Und er konnte verdammt gut küssen. Es war schön. So schön, dass ich diesmal schon ein wenig down war, danach. Aber das war nur das Körperliche. Das Geistige. Keine Ahnung. Ich kenne ihn kaum. Und sogar das ist übertrieben. Also. Andere Stadt. Andere Novalee. Und tschüss.

Es reicht mir. Erstmal. Und ich habe meinen Mitaquarier. Der mich knuddelt. Und das freut mich. Und ich bin ruhig. Nach wie vor.

Solange mir niemand gefährlich wird. Ist alles gut.

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Sonderbar

März 23, 2007 at 4:40 (Fische, KleinerFisch)

Der Zustand hält an. Er hält an.

Im Moment bekomme ich viel körperliche Zuwendung. Therapeutischer Art. Und ich merke, dass mir Körperkontakt gut tut. Und mich ruhig stellt. Es füllt den Speicher immer gerade genug auf. Und so gehe ich durch meinen Alltag. Ohne diese unerträgliche Sehnsucht. Ohne dieses Anstarren der Pärchen im Umlauf. Ohne zu große Anziehungskraft irgendwelcher Fische in irgendwelchen Bars oder Clubs. Ein Segen.

Nur in meinen Träumen. Kommen meine Ängste durch. Denen ich durch mangelnden Kontakt zu Realfischen tagsüber aus dem Weg gehe. Nachts aber geschehen die merkwürdigsten Dinge.

Wie deutet man einen Traum, in dem man die Person küsst, die einen sehr verletzt hat? Die Person, mit der der Adriafisch mich betrogen hat. Der Traum: Ich sitze neben einer Frau. Auf einmal küssen wir uns. Ich öffne die Augen. Und erschrecke. Sie ist es. Sie hat mich schon wieder betrogen. In meinen Träumen bestimmt sie. Sie ist der Inbegriff meiner Ängste. Als Person ist sie mir egal. Ich finde sie erbärmlich. Ihr ganzes Leben halte ich für erbärmlich. Aber sie symbolisiert das Böse.

Gestern habe ich gemerkt. Dass ich mich schon wieder zu einem Mitaquarier hingezogen fühle. Ich mag ihn sehr. Er war vor einigen Wochen mein Nähespender. Und manchmal könnte ich ihn einfach nur knuddeln. Aber das ändert nichts am Zustand. Es wird gefährlich. Alle merken das. Und ich auch. Was wäre, wenn wir uns küssten? Das wäre eine Katastrophe.

Einmal im Leben. Wissen. Ruhen. Lieben. Lernen. Lachen.

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Energieverschwendung

März 16, 2007 at 11:08 (Fische, Goldfisch)

Ich finde. Einen Fisch kennen zu lernen. Ist Energieverschwendung. Und die habe ich nicht. Die Energie. Zum Verschwenden. Ich will nicht. Ich will einfach nicht.

Komischerweise fühlt es sich diesmal nicht nach Selbstbetrug an. Nicht nach dem Trick. Den man anwendet. Um möglichst nicht zu wollen. Weil dann. Passiert’s ja. Sagt man. Aber das ist es dieses Mal nicht. Ich meine es ernst.

Natürlich sieht man die Pärchen. Die glücklich knutschen. Die Schwangeren. Die ein Pläuschchen auf der Straße halten. Gut für sie. Aber um dahin zu kommen, wo sie sind. Brauche ich Energie. Und Ruhe. Und Zeit. Und  Selbstbewusstsein. Meine Mitte.

Keine Lust dazu. Keine Lust.

Ein wichtiger Punkt dabei ist auch diese Welt. Der Schizofische. Und der Schizogeschichten in meinem Umfeld.

Mein Mitaquarier. Hat sich verliebt. Sehr sogar. Und sie sich auch. Aber sie ist ein Schizofisch der gefährlichen Sorte. Klinisch. Und er hat Angst. Sie verbringen Zeit miteinander. Zeit. Verliebt. Und dürfen nicht zusammen sein. Weil das rationale Sushimesser es nicht erlaubt.

Es zerreißt einem das Fischherz. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich ihn ungerne teilen würde. Aber ich möchte, dass wenigstens andere glücklich sind. Und er hätte es verdient.

Hat es je eine Zukunft. Wenn man sich mit einem Schizofisch einlässt. Kann es Liebe werden und bleiben? Liebe, die beiden Luft zum Atmen lässt?

Ich hätte Angst davor. Er hat es auch.

Ich will keinen Schizofisch. Aber ich bin ein Magnet dafür. Das kann ich wohl nicht ändern.

Ich habe heute ganz kurz mit dem Goldfisch gesprochen. Am Telefon. Als ich ihn wieder an meine Nachbarin abgeben wollte und uns beiden klar war, dass das Gespräch beendet war. Zögerte er mit seinen Worten. Als wüsste er nicht, wie er sich verabschieden soll. Also habe ich gesagt Wir können ja am Wochenende mal telefonieren. Ja. Hat er gesagt. Er ist mein Schizofisch. Und ich habe ihn lieb. Obwohl er mir Angst macht. Er und seine Art. Und seine Fähigkeit, mich zu verletzen. Heute habe ich kurz von ihm geträumt. In meinem nachmittäglichen Erschöpfungstod. Und er hat mich geküsst. Und gesagt, dass er es nicht mehr aushält. Da war Leidenschaft. Die ich so an ihm vermisse. Reines Wunschträumen also.

Mein lieber Goldfisch. Was wäre ich ohne seine ständige Präsenz. Und ohne mein Gefühl. Zumindest einmal in meinem Leben, verliebt gewesen zu sein. Auch wenn’s nichts wurde. Er lebt als Illusion weiter. In meinem Fischherz.

Alle anderen Fische. Tummeln sich um mich herum. Und interessieren mich reichlich wenig (s.o.).

So. Plätschert. Der Ozean. Vor sich hin.

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Tornata.

März 12, 2007 at 11:09 (Fische)

Novalee ist in ihr heimisches Aquarium zurückgekehrt. In dem ein paar Stürme stattgefunden haben. Und Gefühle. Während sie weg war. Damit hatte sie nichts zu tun. Aber es zeigt. Dass ihr Aquarium verflucht ist. Schizofische fühlen sich von den Bewohnern dieses Aquariums sehr angezogen. Und das nimmt unheimliche Ausmaße an.

Hm.

Nunja.

Novalee jedenfalls geht es gut. Sie hatte eine schöne Woche. Kann sich nicht beklagen. Der Körper spielt verrückt. Aber nicht mehr so sehr.

Geknutscht wurde auch. Col pesce italiano. Un pesce bolognese. (Hihi). Si è innamorato subito. Tipico italiano.

Aufgepasst.

Novalees Innenwelt. Hat sich verändert. Sie will niemanden mehr. Sie möchte KEINE Beziehung. Sie findet es ok. Dass sie alleine ist. Sie nimmt sich Nähe. Und lebt ihr Leben allein. Nicht auf ewig. Aber in der nächsten Zeit.

Die Wochen ziehen ins Land. Und sie verabredet sich.

  • Mit dem Schwager. Vielleicht. Er hat sich gemeldet.
  • Mit dem Werbefuzzi. Er besteht drauf.
  • Mit dem Barmann. Eine Woche Bella Italia. An seiner Seite. Sein Vorschlag.
  • Sie steht dem Mitaquarier bei. In seinem Liebesleid. Schizofischbedingt.
  • Sagt hallo zum Goldfisch. Und freut sich, seine Stimme zu hören.
  • Schreibt dem Fahrradfahrer eine SMS. Ohne ein Antwort zu erwarten. Sie kommt auch nicht.

Hach. Ist das Leben. Schön. Sie braucht. Niemanden.

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Pause

März 2, 2007 at 12:16 (Fische)

Ich mache eine Pause!

Von allen. Und freue mich auf eine Woche RAUS.

Diesmal kein Fahrradfahrer. Der wartet, obwohl er nicht warten wollte. Kein Goldfisch. Der mich mit SMS zur Ab- und Anreise beglückt. Kein NIEMAND. Niemand.

Von den „anderen“ Fischen habe ich auch nichts mehr gehört. Gut so. Ich muss auch ehrlich sagen. Dass ich im Moment niemanden brauche! Mein Plan ist voll. Voller als voll. Kein Platz. Und ein schönes Aquarium. Mit lieben Mitaquariern. Macht mich zufrieden. Wohlig. Geborgen. Aufgehoben.

Ich freue mich. Auf die Pause. Denn danach. Kommt der Sturm. Und dann wieder das Leben. Und dann zähle ich wieder ein Jahr mehr. Viele Jahre ohne Glück. Ach. Was redest du da. Mit Glück. Ohne Fisch. Aber mit Glück. Viel Glück.

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