Ich ersticke

September 2, 2007 at 3:33 (KleinerFisch)

…in meiner Angst, alles kaputt zu machen. Und tue dabei genau das. Und frage mich. Was davon ist gerechtfertigt? Was? Nichts? Ein wenig? Ich weiß nur, dass es mir schon wieder die Kehle zuschnürt und das macht mich fertig. Ich kann nicht so leben. Das geht nicht.Nein enineinienieieineneineienienin. Ich schreie. Ich heule. Ich zicke. Ich schnappe nach Luft. Wo keine ist. Ich drücke mir selbst die Kehle zu. Allzu typisch.  Ich habe längst die Kontrolle verloren. Und rudere und rudere. Gegen den Strom. Stolpere im Nebel. Falle.

VERDAMMT!

Es zermetzelt mich. Dieses Messer. Schneidet sich tief in mein Fleisch. Und schneidet die Fähigkeit zu lieben. Einfach heraus.

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Der Fluch

September 1, 2007 at 5:33 (Fische, KleinerFisch)

Der Fluch geht so:

Novalee verschriftlicht ihr Glück. Und es beginnt sich zu verflüchtigen. Zählen kann sie nicht mehr, wie oft das schon so war.

Diesmal soll es nicht so sein. Darf es nicht so sein. Doch seit gestern befindet sie sich in einer Krise. Eine kleine. Eine große. Wer kann das schon entscheiden. Es fühlt sich nicht gut an. Und das ist eine Tatsache.

Schon auf dem Heimweg war da ein komisches Gefühl. Das Gefühl, dass eine Enttäuschung kommen würde. Instinktiv ist sie gleich unter die Dusche verschwunden. Ohne Begrüßung. Flucht.

Kaum hatte er sie später eingeholt, kam es. Die Absage. Er wollte mitkommen. Seit Wochen weiß er von dieser Sache. Und sagt einen Tag zuvor ab. Nicht grundlos. Ein Grund, den sie verstand. Sie verstand mal wieder. Aber die Enttäuschung war da. Und blieb. Wie schon so oft, kam das rationale Sushi-Messer und ergriff sie unsanft. Unsanfter als sonst. Sie sah ihn an. Und er war so weit entfernt. Sie beschloss, nicht sauer zu sein. Sie wollte das nicht. Sie wollte damit umgehen können, ohne einer Zicke zu gleichen. Aber das ging nicht ohne die herben Schnitte des Sushi-Messers. Also entfernte er sich. Wenige Zentimeter vor ihr war er so fremd und fern. Er war nicht mehr der Kleine. Er war ein Fisch. Ein potentieller schlimmer Fisch. Ein potentieller schlimmer schlimmer verletzender Fisch. Was sie auch tat an diesem Abend, er kam nicht zurück. Was er auch tat an diesem Abend, sie kam nicht zurück. Sie war eingeschlossen. Die Mauer. Ach hallo, auch mal wieder da. Ja, angenehm. Lange nicht gesehen. Diese verdammte Mauer. Weg. Weg mit dir°!

Doch keine Chance. Sie ist da. Zweimal Sex. Und sie ist noch immer da. Er ist so fern. Sie kann ihn nicht mehr sehen.

UND DAS ALLES NUR, weil er verdammt nur eine blöde Party abgesagt hat, um zu seinem besten Freund zu gehen.

Novalee. Hallo?

Jaaaaa. Ich weiß doch, dass das so ein großer Quatsch ist. Und dass er mich nicht verletzen will. Warum ist das auch so ein großes Ding?

Warum fragst du dich, ob dies der Anfang vom Ende ist.

Weil ich Angst davor habe. Und mich diese Mauer bedrückt. Sie ist ja nicht ohne Grund wieder da. Ich sehe ihn an. Und er ist ein anderer.

Erhol dich erstmal davon. Nimm Abstand.

Werde ich zwangsweise. Und ich freue mich darüber.

Es ist auch eine besondere Situation mit Euch.

Mit MIR! Mit mir ist es eine besondere Situation. In mir wohnt der Teufel. Ich bin ein Schizo-Fisch. Solange alles super läuft, bin ich ruhig. Und heile. Nun aber…

Und so sitze ich hier. Und lese alte Krisen. Höre alte Lieder. Labe mich in meinem Schicksal. Krame es wieder hervor, um mich daran zu erinnern, dass ich zum Scheitern verurteilt bin.

  1. Du hast mich mit dir zu oft geimpft. Von außen unversehrt. Nur Narben innerlich. … Geblendet, verführt, betäubt und belogen. Die Nebenwirkung spür ich jetzt.
  2. Es holt mich ein, wenn ich alleine bin, wenn ich nicht mehr unterwegs sein kann, weil mir mein Körper irgendwann einen Strich durch die Rechnung macht. Es holt mich dann ein, dieses Gefühl, das ich im ganzen Körper spüre. In meinen Händen, in meinen Beinen, in der Bauchgegend, wo sich ein großes Loch befindet, weil ich nicht essen will. Jedenfalls nicht viel. Ich hungere, zähle Kalorien, möchte mich weghungern. Ich bin benommen durch diesen Schwall von Angst und Schmerz, unerträgliche Schwere, die ich sonst so gut verdränge. Wegschiebe, aus meinem Leben verbanne, indem ich mir keine Ruhe mehr gönne. Denn Ruhe bedeutet schlimme Gedanken. Gedanken vom Ende. Vom Abgrund. Von Sinnlosigkeit. Ich will nicht, dass es so weit kommt. Ich möchte nicht die Kontrolle verlieren. Doch dafür muss ich mich hetzen. Ständig nach Ablenkung suchen. Die Mauer vorsichtig aber bestimmt wieder aufbauen. Mich abschotten. Ich muss mich retten. Vor mir selbst.
  3. Mi hai detto che sarebbe stato io con le mie paranoie a rovinare tutto. Però secondo me, e forse sbaglio, sono le tue paranoie che fanno una gran parte del problema. Hai paura di essere ferito, hai paura di essere lasciato e che lei non se ne fregasse niente di te, hai paura di perdere il controllo. Allora la tieni a distanza facendo il cretino, per cui lei si allontana da te e alla fine non può fare altro che allontanarsi per salvare se stessa, per non essere ferita da un uomo che non riesce a dedicarsi pienamente a una relazione con lei.“

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