What a difference a day make

Oktober 12, 2009 at 10:14 (101168)

Als ich Teenager war, wusste ich nicht, was es bedeutet, jemanden zu lieben. Ich hatte nicht einmal eine Ahnung. Alles, was ich kannte, war das Schwärmen. Aber wie. Das war Leidenschaft pur. Das war das höchste der Gefühle. Man kann sich so sehr in ein Gefühl hineinsteigern, das nicht erwidert wird. Und man kann so wunderschön leiden. Und man gewöhnt sich so sehr an dieses Gefühl, dass man sich das Verliebt sein gar nicht mehr anders vorstellen kann. Ich habe geliebt, so sehr geliebt. Zumindest, wenn man meinem Tagebuch Glauben schenken darf.

Natürlich wusste ich nichts. Und ich wusste auch schon damals, dass ich keine Ahnung hatte. Das machte das Leiden umso größer. Und diese großen Gefühle waren so, so wichtig für mich. Durch sie habe ich mich lebendig gefühlt. Die Erfahrung dieser Gefühle waren manchmal das einzige, was mir das Gefühl gab, „da“ zu sein.

Heute frage ich mich manchmal, ob ich den Kleinen wirklich liebe. Oft fühle ich mich nicht nach einem „Ich liebe Dich“. Dann bleibt es beim „Ich hab dich lieb“. Manchmal zweifle ich. Oder ich liege neben ihm und spüre kein Verlangen. Ich würde es wirklich glauben. Ich würde glauben, dass ich ihn nicht liebe. Wenn mich meine Gefühle nicht immer wieder überraschen würden. Wenn nicht auf einmal mein Herz so groß erscheinen und mich überwältigen würde. So wie heute. Heute liebe ich ihn.

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