Schei*********************
Was macht man eigentlich, wenn man sich scheiße fühlt, obwohl man kein Recht dazu hat? Was macht man da? Vielleicht weiß das WWW etwas darüber…
Das MUSTER
Novalee brauchte genau zwei Tage, um zu realisieren, was mit ihr los war. Es war das Muster. Das Muster kam und ging, das war sicher. Eigentlich hatte sie gelernt, mit diesem unliebsamen Besucher umzugehen. Sie hatte gelernt, ihn zu analysieren. Sein Erscheinen vorauszusehen. Diesmal aber traf er sie unvorbereitet an. Und sie brauchte zwei Tage mit vielen Tränen.
Nun war ihr klar. Worum es dem Muster ging. Wie immer. Aus dem Konzept bringen. In den Nebel schubsen. Typisch für das Muster war, dass es kam, wenn Alltag nicht mehr Alltag war. Wenn Alltag, der sich ein paar Monate breit gemacht hatte, umschwang. Und sein Gesicht wechselte.
Der neue Alltag heißt: MA. Abschluss. Mehrere Monate forschen. Recherchieren. Schreiben. Leiden. Unerträglich viel daran denken.
Irgendwann musste es kommen. Und so gut sie glaubte, alles im Griff zu haben, so wenig hatte sie es. Tja. Aber gelernt hatte sie ja: Wissen.Ahnen.Vorbereiten. Ist die beste Medizin. Die halbe Miete. Und dieses Wissen kam vor 3 Tagen. Zum Glück. Es kam mit einem Gespräch und einem weiteren. Es kam mit der Gewissheit, dass ihr Fisch und Blut, ihr kleines Schwesterchen, wieder Teil ihrer Welt war. Es kam mit dem Erfahrungsbericht einer Freundin, die ihr vor langer Zeit mal den Kopf gewaschen hatte. Die immer sehr souverän wirkte und gerade erst wieder eine schrecklich Phase überstanden hatte. So kann man sich täuschen. Es kam und war da und war gut.
Nun heißt es, zu wissen, was zu tun ist, wenn es eskaliert.
Ein wenig Angst bleibt.
Und bleibt.
Bleibt.
Angst?
Ich weiß nicht, was mit mir los ist. Aber ich weine seit gestern ständig. Der Auslöser war eine Freundin, die mir aus verständlichen Gründen abgesagt hat… Aber das ist nicht der Grund. Den Grund kann ich nicht finden. Ich habe irgendwas in mir. Das mich verrückt macht. Ich fühle das Glück nicht. Warum fühle ich das Glück nicht? Der Kleine hilft mir in diesem Gefühl nur, wenn er da ist. Dann ist es weg. Und ich bin froh, dass er für mich da ist. Aber kaum ist er weg. Ist es wieder da. Und ich fühle mich so schlecht. Bereits jetzt. Dabei hat die Phase doch gerade erst angefangen. Und ich habe mir vorgenommen, mich während dieser Zeit nicht unter Druck zu setzen. Und nun. Tue ich es doch.
Habe ich AnGsT? Wovor denn? Verlustangst? WArum? Es GIbt KeinEN GrUNd. Es gibt doch keinen. Aber die Welt kracht schon jetzt auf mich nieder. Ich hatte damit frühestens im Januar gerechnet. Und jetzt ist es da. Ist es da. Ist es da. Ist es da. Verdammt.
Wie werde ich es wieder los? Wie? Gute Musik? Aktivitäten?
Ich habe Angst, mit ihm darüber zu reden. Weil ich Angst habe, dass er mich dann nicht mehr will. Dabei ist das so ein Quatsch. Aber was tue ich? Was tue ich denn jetzt?
WaS?WAsWaswAS?
Kleine und große (Sinn)Krisen
Es ist das Wetter. Es muss doch das Wetter sein, oder? Um mich herum. Unsicherheit. Fragen nach dem Sinn des Lebens. Des Arbeitens. Einsamkeit. Todeswunsch. Tränen in den Augen. Angst vor der Zukunft.
Vielleicht ist es aber auch nicht das Wetter. Sondern unser Alter. Die Phase zwischen freier Zeiteinteilung. Studentischer Narrenfreiheit. Und. Der 5-Tage-Woche. Dem Weg, den man gehen muss. Weil man ihn gewählt hat.
Um mich herum all diese Schwingungen.
Der Goldfisch, der nun das Fahrwasser wechselt und meine Arbeitswelt verlässt. Damit andere in eine Krise stürzt, sich selbst aber in die wohlige Wonne des Wunschjobs katapultiert. Zu Recht.
Die Freundin, die alles abbrechen wollte und nach einer Berg- und Talfahrt, auf der ich ihr ständiger Begleiter war, nun doch die Ungewissheit und die Halbzufriedenheit im Arbeitsleben wählt, um endlich einmal Ruhe zu bekommen. Diese Gespräche mit ihr gehen mir jedes Mal an die Nieren, weil sie mein Leben und mein Wirken und meinen Weg so sehr in Frage stellen.
Der Freund einer Freundin, der seinem Leben ein Ende gesetzt hat und Familie und Freunde in tiefe Trauer stürzt.
Der Krebs.
Die Depressionen, deren Existenz teilweise durch mich und den Kleinen hervorgerufen werden.
Was ist nur los? Und warum bringe ich das alles mit mir selbst in Verbindung? Warum beziehe ich es direkt auf mein Leben und fange an zu weinen.
Vielleicht geht es vorüber und die Freude kehrt in meinen Alltag zurück. Um mich herum.
Und nun will ich meinen Kleinen. Wo bleibt der nur?
Ich ersticke
…in meiner Angst, alles kaputt zu machen. Und tue dabei genau das. Und frage mich. Was davon ist gerechtfertigt? Was? Nichts? Ein wenig? Ich weiß nur, dass es mir schon wieder die Kehle zuschnürt und das macht mich fertig. Ich kann nicht so leben. Das geht nicht.Nein enineinienieieineneineienienin. Ich schreie. Ich heule. Ich zicke. Ich schnappe nach Luft. Wo keine ist. Ich drücke mir selbst die Kehle zu. Allzu typisch. Ich habe längst die Kontrolle verloren. Und rudere und rudere. Gegen den Strom. Stolpere im Nebel. Falle.
VERDAMMT!
Es zermetzelt mich. Dieses Messer. Schneidet sich tief in mein Fleisch. Und schneidet die Fähigkeit zu lieben. Einfach heraus.
Der Fluch
Der Fluch geht so:
Novalee verschriftlicht ihr Glück. Und es beginnt sich zu verflüchtigen. Zählen kann sie nicht mehr, wie oft das schon so war.
Diesmal soll es nicht so sein. Darf es nicht so sein. Doch seit gestern befindet sie sich in einer Krise. Eine kleine. Eine große. Wer kann das schon entscheiden. Es fühlt sich nicht gut an. Und das ist eine Tatsache.
Schon auf dem Heimweg war da ein komisches Gefühl. Das Gefühl, dass eine Enttäuschung kommen würde. Instinktiv ist sie gleich unter die Dusche verschwunden. Ohne Begrüßung. Flucht.
Kaum hatte er sie später eingeholt, kam es. Die Absage. Er wollte mitkommen. Seit Wochen weiß er von dieser Sache. Und sagt einen Tag zuvor ab. Nicht grundlos. Ein Grund, den sie verstand. Sie verstand mal wieder. Aber die Enttäuschung war da. Und blieb. Wie schon so oft, kam das rationale Sushi-Messer und ergriff sie unsanft. Unsanfter als sonst. Sie sah ihn an. Und er war so weit entfernt. Sie beschloss, nicht sauer zu sein. Sie wollte das nicht. Sie wollte damit umgehen können, ohne einer Zicke zu gleichen. Aber das ging nicht ohne die herben Schnitte des Sushi-Messers. Also entfernte er sich. Wenige Zentimeter vor ihr war er so fremd und fern. Er war nicht mehr der Kleine. Er war ein Fisch. Ein potentieller schlimmer Fisch. Ein potentieller schlimmer schlimmer verletzender Fisch. Was sie auch tat an diesem Abend, er kam nicht zurück. Was er auch tat an diesem Abend, sie kam nicht zurück. Sie war eingeschlossen. Die Mauer. Ach hallo, auch mal wieder da. Ja, angenehm. Lange nicht gesehen. Diese verdammte Mauer. Weg. Weg mit dir°!
Doch keine Chance. Sie ist da. Zweimal Sex. Und sie ist noch immer da. Er ist so fern. Sie kann ihn nicht mehr sehen.
UND DAS ALLES NUR, weil er verdammt nur eine blöde Party abgesagt hat, um zu seinem besten Freund zu gehen.
Novalee. Hallo?
Jaaaaa. Ich weiß doch, dass das so ein großer Quatsch ist. Und dass er mich nicht verletzen will. Warum ist das auch so ein großes Ding?
Warum fragst du dich, ob dies der Anfang vom Ende ist.
Weil ich Angst davor habe. Und mich diese Mauer bedrückt. Sie ist ja nicht ohne Grund wieder da. Ich sehe ihn an. Und er ist ein anderer.
Erhol dich erstmal davon. Nimm Abstand.
Werde ich zwangsweise. Und ich freue mich darüber.
Es ist auch eine besondere Situation mit Euch.
Mit MIR! Mit mir ist es eine besondere Situation. In mir wohnt der Teufel. Ich bin ein Schizo-Fisch. Solange alles super läuft, bin ich ruhig. Und heile. Nun aber…
Und so sitze ich hier. Und lese alte Krisen. Höre alte Lieder. Labe mich in meinem Schicksal. Krame es wieder hervor, um mich daran zu erinnern, dass ich zum Scheitern verurteilt bin.
- Du hast mich mit dir zu oft geimpft. Von außen unversehrt. Nur Narben innerlich. … Geblendet, verführt, betäubt und belogen. Die Nebenwirkung spür ich jetzt.
- Es holt mich ein, wenn ich alleine bin, wenn ich nicht mehr unterwegs sein kann, weil mir mein Körper irgendwann einen Strich durch die Rechnung macht. Es holt mich dann ein, dieses Gefühl, das ich im ganzen Körper spüre. In meinen Händen, in meinen Beinen, in der Bauchgegend, wo sich ein großes Loch befindet, weil ich nicht essen will. Jedenfalls nicht viel. Ich hungere, zähle Kalorien, möchte mich weghungern. Ich bin benommen durch diesen Schwall von Angst und Schmerz, unerträgliche Schwere, die ich sonst so gut verdränge. Wegschiebe, aus meinem Leben verbanne, indem ich mir keine Ruhe mehr gönne. Denn Ruhe bedeutet schlimme Gedanken. Gedanken vom Ende. Vom Abgrund. Von Sinnlosigkeit. Ich will nicht, dass es so weit kommt. Ich möchte nicht die Kontrolle verlieren. Doch dafür muss ich mich hetzen. Ständig nach Ablenkung suchen. Die Mauer vorsichtig aber bestimmt wieder aufbauen. Mich abschotten. Ich muss mich retten. Vor mir selbst.
- „Mi hai detto che sarebbe stato io con le mie paranoie a rovinare tutto. Però secondo me, e forse sbaglio, sono le tue paranoie che fanno una gran parte del problema. Hai paura di essere ferito, hai paura di essere lasciato e che lei non se ne fregasse niente di te, hai paura di perdere il controllo. Allora la tieni a distanza facendo il cretino, per cui lei si allontana da te e alla fine non può fare altro che allontanarsi per salvare se stessa, per non essere ferita da un uomo che non riesce a dedicarsi pienamente a una relazione con lei.“
Stiller Ozean
Es war still geworden um Novalee. Still und süß. Seit einer Lebenszeit war sie nicht so zufrieden und glücklich. Und das alles nur wegen des Kleinen. Er machte sie glücklich. Und sie konnte es allzu oft selbst überhaupt nicht fassen, dass alles so war, wie es war.
Wer weiß. Warum es so kam. Aber es kam. Wie es kam. Leise. Sehr leise. Der große Sturm. Das war es nicht, was sie brauchte. Sie hatte es geahnt. Und es hatte sich bestätigt. Ich kuschel zu viel mit meinem Mitaquarier rum. Hatte sie zu einer Freundin gesagt. Na, na, na…?! Kam von ihrem Gegenüber. Was? Neeeeee. Das wird nichts. Das ist nur nett. Tja. Und dann kamen die Gedanken. Vielleicht. Oder. Ach. Und. Wie. Aber. Nee. Oder. Doch?
Und nun. Verfestigte sich alles immer mehr. Es wurde näher. Obwohl es von Anfang an schon sehr nah war. Er gab ihr die Ruhe. Die Hoffnung. Und war dabei so lieb und still. Und leidenschaftlich. Und sanft. Und stürmisch. Und lustig. Und klug. Und charmant. Und stark.
Sie genoss es so sehr, dass sie vergaß, wie es ohne ihn war. Wie es war, als ihr Speicher regelmäßig bedrohlich an Inhalt verlor. Als sie Pärchen hinterherstarrte. Als sie knutschte, mit wem auch immer. Als sie eine Liaison nach der anderen einging. Als alles noch aufregend und traurig und gemein und doof war.
Nun war sie glücklich. Und musste sich hüten, sich allzu sehr an ihn zu klammern. Das fiel ihr schwer. Sehr schwer. Aber sie wollte schaffen, ihn glücklich zu machen, ohne ihn einzuengen.
Sie wollte das.
So schön.
So vertraut.
Alles wieder da.
Alle Ängste. Alle Sorgen. DIeZeitIsTNocHnichtUm.NOchkaNneResSIChAnderSÜberLEGen. Und mich wieder verlassen.
Albträume. Ich hatte Albträume heute nacht. Viele. Und es kam nichts. Ichversuche,dirjedenabendzuschreiben. Aber es kam nichts. Und ich drehe durch. Alles ist wieder da. Und ich könnte weinen.
Ich fühle mich, als sei es längst vorbei. Als hätte ich schon verloren.
Allein sein.
Ich kann es nicht.
Es macht mich müde. Und traurig. Und ich weiß nichts mit mir anzufangen. Ich war in dieser Wohnung seit Jahren nicht so lange alleine, wie ich es ab heute sein werde. Es macht mir Angst. Ich fühle mich nicht wohl. Ich vermisse alle.
Ich bin allein.
Großartig
… dass es dieses Blog gibt. Denn ich schreibe. Und dann weiß ich. Es musste raus. uNd die ErkenNtnIS ist. Ich darf keine Angst haben. Ich darf sie nicht in mich lassen. Denn ich will ihn nicht ansehen und mich fragen, ob er mich verletzen wird. Ich will genießen. Lieben.